Wie kann eine Wand nachhaltig gestaltet werden?

Eine dekorative Wandgestaltung kann schnell an Gefallen verlieren. Ist das Dekor einem Trend gefolgt oder ist es ohne sinnstiftenden Inhalt, ist es schnell unattraktiv. Der Wunsch nach einem aktuelleren Dekor geht hervor und eine Neugestaltung in kürzester Zeit ist die Folge. Wird die Wand neu bezogen, belastet dies die Umwelt und das Portemonnaie. Die Wandgestaltung muss massgeschneidert und flexibel gestaltet sein. Damit sich der Besitzer jeden Tag daran erfreuen kann.

Adolf Loos (1870-1933) gilt als Pionier der modernen Architektur. Er äusserte sich in der Streitschrift „Ornament und Verbrechen“ bereits im 19. Jh. gegen die Vergeudung edlen Materials und leere Ornamente.

Literatur:
Loos, Adolf, and Ruf, Oliver. Ornament Und Verbrechen : Adolf Loos : Die Schriften Zur Architektur Und Gestaltung. Stuttgart: Avedition, 2019. Print.

Die Gästetoilette unseres Hauses war sanierungsbedürftig. Wir entschieden uns für eine „sanfte“ Auffrischung. Da Malerarbeiten anfielen, entschlossen wir uns, die Rückwand der Toilette als Akzent des Raums zur optischen Vergrösserung zu gestalten.
Bei der Umsetzung der Wandgestaltung, war es mir wichtig, eine langfristige Lösung zu finden. Aus diesem Grund suchte ich nach einer Möglichkeit die Fläche mit temporären Bildern zu gestalten, welche einen dreidimensionalen Effekt erzeugen.

Die Wand wurde geglättet und mit einem Magnetvlies versehen. Bei der Farbe habe ich mich für ein tiefes schwarz-blau entschieden. Bei einer beinahe schwarzen Farbe, spielt das Licht mit den blauen Farbpigmenten und lässt die Wand einmal blau und danach wieder schwarz erscheinen.

Zur flexiblen Anordnung des Dekors habe ich Magnetpapier verwendet.
Die Motive habe ich anhand der App „iOrnament“ gestaltet. Dabei habe ich Sujets aus der Natur gezeichnet. „iOrnament“ bietet die Möglichkeit dreidimensionale Kugeln zu generieren.
Die 3D-Motive habe ich anschliessend auf das Magnetpapier anhand eines Druckers übertragen und mit dem Schneidplotter und im Nutzen geschnitten. Kleine Glitzerflächen spiegeln das Licht und veredeln die Kugeln und den Raum.

Die Kugeln können je nach belieben neu angeordnet werden. Dies ermöglicht einen spielerischen Umgang mit dem Dekor und schafft einen persönlichen Bezug.
Das Dekor ist dank der Magnetwand problemlos auswechselbar und könnte somit zu einem späteren Zeitpunkt, an einen neuen Besitzer gehen.

In einem weiteren Schritt wollte ich weitere Magnetdekors für meinem neu eröffneten Etsy-Shop „sapperlotEcodesign“ produzieren. Ich entschied mich jedoch dagegen, denn nachhaltiger ist, eine massgeschneiderte Wandgestaltung für den Kunden zu gestalten. Das Dekor soll persönlich, attraktiv, wohldosiert und flexibel sein.

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Becher für Köstlichkeiten

Im Jahr 2013 habe ich für meinen Unterricht eine Lerneinheit zum Thema Becher entwickelt. Bis heute habe ich dieses Projekt wiederholt in meinen Designschaffen bearbeitet.
Als Grundlage habe ich die Becherform, welche ich für die Erprobung der Lerneinheit gestaltet habe verwendet.

Lerneinheit – Becher / Keramik giessen

     

 

Diese Form entstand anhand einer Gipsform und wird im Schlickergussverfahren (Slipcasting) hergestellt. Die Becher sind funktional, das heisst – handlich und vielfältig einsetzbar.
Bei der Entwicklung meiner ersten Kollektion, probierte ich diverse Techniken zur Oberflächengestaltung aus. Dabei bin ich methodisch Vorgegangen, so dass die Schülerinnen und Schülern die Vielfalt des Stylings erkennen konnten.

Für das Styling meiner Becher, welche ich als Schlemmbecher betitle, habe ich das Gräsermotiv gewählt. Dieses Attribut macht den Hinweis zur Natur und zum Ursprung unserer Lebensmittel.
Damit die Struktur haptisch erfahrbar ist, habe ich die Relief-Technik gewählt. Diese entsteht durch aufbringen von Gräsern auf den Rohling aus Ton. Dieser Rohling wird für die Gipsgussform benötigt. Da die Gräser vergänglich sind, sind diese Becher nur so lange produzierbar, solange die Gipsgussform hält. Die Becher werden somit nur in begrenzter Stückzahl verfügbar sein.

In der zweiten Versuchsphase standen unterschiedliche Giessmassen im Fokus. So produzierte ich eine kleine Serie mit Steinzeuggiessmasse. Die Becher sind anschliessend auf der Innenseite mit weisser Glasur ausgerüstet. Dies ermöglicht eine gute Reinigung. Die Becher wirken optisch und haptisch wie das Gebäck von „Änischräbeli“.
Für diese zweite Kollektion der SCHLEMMER habe ich eine Auflage von 40 Bechern produziert.

Auf Anfrage der Materialwahl, habe ich mich entschlossen, die dritte Kollektion aus Porzellangiessmasse herzustellen. Diese Becher sind unter Beleuchtung transluzent. Der Klang ist gläsern. Das schneeweisse Porzellan in Kombination mit der weissen Glasur, reflektiert die Farben der Speisen auf der Innenseite. Die Gräserstruktur auf der Aussenseite lässt optisch und durch Berühren weitere Erfahrungen zu. Der SCHLEMMER kann mit allen Sinnen wahrgenommen werden.
Wenn man sich bewusst auf die Sinne konzentriert, die Augen beim Schlemmen schliesst, den Becher hört und fühlt, wird ein SlowFood – Prozess in Gang gesetzt.
Der Becher entspricht mit der Produktion (vielfältige Funktion, langlebige Materialwahl, Verzicht auf Farbe, Materialien aus der Region,Auflage ondemand) und Verwendung (SlowFood) dem Ecodesign.
Die Becher können in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden.
Je seltener der SCHLEMMER jedoch gespült wird, desto besser für die Öko-Bilanz.
Der SCHLEMMER lässt sich ein paar tausend Mal verwenden.

Der Schlemmer ist wiederum in einer 40er Auflage produziert und die Gipsform lässt eine weitere Kollektion zu.

Erhältlich für CHF 25.00 bei sapperlot.ch

Das Tischset „BUBBLES“ habe ich nach Ecodesign-Aspekten entwickelt.

tischset Bubbles_Abend

Die Tischsets bestehen aus dem Resteverkauf einer Textilfirma meiner Umgebung. Diese Firma bietet die Möglichkeit, die ausrangierten Stoffe weiter zu verwenden. Die Stoffe erhalten dadurch weitere Verwendungen und müssen nicht direkt entsorgt werden.

Bei der Wahl des Textils habe ich mich für eine Baumwoll-Trevira Qualität entschieden. Trevira ist eine Polyesterfaser die unter Anderen Kunststoffen, auch aus alten PET-Flaschen besteht. Polyesterfasern sind sehr reissfest, scheuerfest und lichtbeständig. Sie lassen sich thermofixieren, weshalb sie nicht schrumpfen und kaum knittern. Ihre Feuchtigkeitsaufnahme ist gering, sie trocknen rasch. Trevira eignet sich daher bestens für den Einsatz als Tischset. Es ist langlebig und pflegeleicht. BUBBLES kann in der Waschmaschine bei 40 Grad gewaschen und leicht gebügelt werden. Da dieses Textil mit Baumwolle gemischt wurde, fühlt es sich weich an. BUBBLES bleibt bei mehrmaligem Waschen sehr gut in Form.
Das dichtgewobene Material ist fein, dadurch ergibt sich einen beinah fliessenden Übergang zur Tischfläche.

Ich habe zwei Farben gewählt. Es besteht die Möglichkeit, Abwechslung in den Alltag zu bringen, ohne weitere Tischsets zu kaufen. Da BUBBLES beidseitig verwendbar ist, muss es auch weniger oft gewaschen werden.
Die beiden Stoffe schienen bei den anderen Käufern und dem Verkaufspersonal nicht attraktiv zu sein. Dies zeigte sich an den fragenden und kritischen Bemerkungen. Eine weitere Bestätigung für mich, den richtigen Stoff gewählt zu haben.

Das selbe Material setze ich auch für das Dekor ein. So kann ich das Restmaterial beim Zuschnitt der Tischsets wiederum verwenden. Der Stoff lässt sich zudem sehr gut mit dem Schneidplotter bearbeiten. Für die Applikation des Dekors auf das Tischset kommt Vliesofix (OEKO-TEX 100, KLASSE 1) zum Einsatz.

Bei der Gestaltung entschied ich mich auf die zeitlose Kreisform. Bei der Musterentwicklung habe ich darauf geachtet, dass es im Nutzen geschnitten wird und somit wenig Restmaterial ergibt. Da ich Kreise ineinander geschnitten habe, entstanden dadurch Ringe (BUBBLES). Das Ringmotiv entspricht der Formensprache runder Gefässe. Die Ringe muntern den Nutzer zur spielerischen Interaktion auf.
Die Anzahl Ringe sind wohldosiert*. Dadurch braucht der Schneidplotter und das Applizieren weniger Energie.

(*Loos, Adolf, & Ruf, Oliver. (2019). Ornament und Verbrechen : Adolf Loos : Die Schriften zur Architektur und Gestaltung. Stuttgart: Avedition.)

Bei der Anordnung der Ringe auf dem Tischset gibt es zwei „Szenen“. Die Abendszene hat eine Ausrichtung der Ringe im Eck des Sets. Für die Tagesszene befindet sich die Anordnung der Ringe an der langen Randseite. Diese unterschiedlichen Dekore ermöglicht wiederum Abwechslung in der Ausrichtung des Sets auf dem Tisch. Der Benutzer hat nun die Wahl von vier Ausrichtungen.

Mich fasziniert die Möglichkeit der Mustergenerierung durch Programmierung. P5JS gibt mir als Designerin, die Gelegenheit neue Gestaltungsformen in digitaler Form zu erforschen und zu entwickeln. Einen grossen Dank geht an den Tutor, Daniel Shiffman, der auch den Namen dieses Produkts geprägt hat.
Anhand der Library P5JS habe ich ein BUBBLES-Spiel programmiert.
Der Kunde interagiert während des BUBBLES-Spiels mit den Ringen und gestaltet sein persönliches Dekor. Die Transformation der digitalen Gestaltung bis zum realen BUBBLES-Tischset ergibt eine Kooperation von Kunde und Designer. Die spielerische Gestaltung löst ein positives Gefühl aus. Dies steigert den Wert des finalen Produkts und wird zu etwas ganz Eigenem für den Nutzer.

Interaktion mit dem Ring
Lust zum bubblen? … sapperlot.ch/bubbles/

BUBBLES ist als Kleinserie konzipiert.
Ich habe vernommen, dass der Resteverkauf eingestellt wird und hoffe, dass es trotzdem die Möglichkeit gibt, Restware für eine zweite Kleinserie von Tischsets zu verwerten.

Projekt Kalender

Das neue Jahr ist angebrochen und ich habe noch keinen sinnreichen Kalender für den Wohnbereich gefunden. Vor ein paar Jahren gab die Umweltfachstelle in Olten einen informativen Jahreskalender heraus. Monat für Monat konnte ich Nützliches und Wissenswertes aus der Tier- und Pflanzenwelt meiner Umgebung erfahren. Ich habe die Suche nach einem vergleichbaren Kalender aufgegeben und entschieden, selbst einen zu gestalten.
Dabei habe ich mir überlegt einen klassischen Jahreskalender (schöne Bilder, lehrreiche Inputs und Tagestabelle) mit interaktiven Elementen zu versehen. So könnten die Benutzer anhand von QR-Codes zusätzlich auf Webinhalte zugreifen und sich von Videos, Rezepten, Werkanleitungen inspirieren lassen und weitere Inputs erhalten. Jeden Monat wird ein Thema aus meiner unmittelbaren Umgebung der Natur bearbeitet.

 

„Zwipf“ Futtersäckli für Kleinvögel

Das Januarprojekt widme ich dem Thema Futterstelle für Kleinvögel. Da ich eine Futterstelle in meinem Garten habe, kann ich Beobachtungen direkt mit Fotos und Videos dokumentieren.
Die Meisenknödel und Futterringe aus dem Handel haben sich gut bewährt. Mich stört jedoch, dass diese oft in einem Kunststoffnetz verpackt sind. Diese Kunststoffnetze können nicht wieder befüllt werden und bleiben schlimmstenfalls in der Natur zurück. Als umweltfreundliche Alternative habe ich ein Redesign namens „Zwipf“ gestaltet.

zwipf_umwelt

Der „Zwipf“ ist für Kleinvögel im Siedlungsgebiet konzipiert. Der Name „Zwipf“ ist eine Abkürzung und bedeutet Zwischenverpflegung.
Denn bei Bodenfrost, Eisregen oder geschlossener Schneedecke kann die Fütterung eine Überlebenshilfe sein. Die Schweizerische Vogelwarte und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz haben ein Merkblatt zum Thema „Fütterung von Kleinvögeln“ herausgegeben.
„Futterstellen bieten ausserdem eine gute Gelegenheit, Vögel aus der Nähe zu beobachten und ermöglichen somit schöne Naturerlebnisse. Deshalb ist gegen ein sachgemässes und massvolles Füttern nichts einzuwenden, wenn wir uns gleichzeitig auch für die dringenden Natur- und Vogelschutzprobleme einsetzen.“

> vogelwarte.ch Merkblatt

Beim Redesign „Zwipf“ habe ich das erwähnte Merkblatt berücksichtigt. Der „Zwipf“ ist mit vielen schwarzen Sonnenblumenkernen, einigen zerhackten Hasel- und Baumnüssen sowie mit wenigen Rosinen befüllt. Aus ökologischen Gründen, sollten auf Erdnüsse, Palmöl und Kokosfett verzichtet werden. Da „Zwipf“ wiederbefüllbar ist, habe ich auf eine Anreicherung mit Rindertalg oder Schweinefett verzichtet. Der Benutzer kann den „Zwipf“ ohne grossen Aufwand erneut befüllen. Es sollte aber nichts Gewürztes, Essensreste oder Brot verwendet werden.

Das Material des „Zwipf“s besteht aus Leinenschnur (Linum usitatissimum) und ist eine alte Kulturpflanze, die zur Faser- und zur Ölgewinnung angebaut wird. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde Leinen in der Textilindustrie fast völlig durch Baumwolle verdrängt, gewinnt aber seit dem Ende des 20. Jahrhunderts als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung.
Mir gefällt das Material, da es auch in unserer Region wächst und robust ist. Bei Nässe gewinnt es an Reissfestigkeit.
„Zwipf“ ist rundgestrickt und kann mit etwas handwerklichem Geschick selbst hergestellt werden. Für „Maker“ habe ich eine Anleitung erstellt.

Der „Zwipf“ kostet 16.00 CHF und ist unter > sapperlot.ch – zwipf erhältlich.

 Zwipf Herstellung         zwipf produkt

 

„zwipf“s können fast überall aufgehängt werden.
Geeignet sind Zweige, Stangen und Gitter in ausreichender Distanz zum Boden. Zu vermeiden sind Auflauerstellen für Feinde (z.B. Katzen).
Als Zufluchtsorte der Vögel bei Gefahren sollten in der Nähe, Bäume oder Sträucher stehen.

zwipf meise

 

Ich habe beobachtet, wie die Kohlmeisen die Sonnenblumensamen aus dem Zwipf herauslösen, öffnen und fressen.
Ein Fressverhalten, welches mich an „slowfood“ erinnert.
Bei der Fütterung von Meisenknödeln frassen die Kohlmeisen schneller und mehr.

Festival Science on Stage Switzerland

Am 17. November fand im Science Center Technorama das nationale Festival „Science on Stage Switzerland“ statt. Das Festival bietet eine Plattform, ausgewählte Projekte zu naturwissenschaftlich-technischen Unterrichtsmedien zu präsentieren. Die vier relevantesten Projekte nehmen im Anschluss am Science on Stage Europe – Festival teil.
> Science on Stage Switzerland
FlairPlay wurde nominiert und so durfte ich mein Projekt an einem Stand und anhand einer kurzen Präsentation vorstellen. Die Nomination bot mir Gelegenheit, im Vorfeld die Relevanz von FlairPlay zu analysieren. Da sich FlairPlay weniger für den klassischen Schulbetrieb eignet, wollte ich mich von der Teilnahme distanzieren. Zum Glück wurde ich zur Anwesenheit überredet und so konnte ich „FlairPlay“ testen – weitere spannende Projekte und Leute kennen lernen.

science on stage switzerland

Am nächsten Tag als ich über die Relevanz von „FlairPlay“ sinnierte wurde mir bewusst, dass der Verkauf in Museumsshops nicht optimal ist. Die Aufbereitung der Präsentation für das Festival zeigten mir die fächerübergreifenden Dimensionen als Potenzial auf.
> FlairPlay-Präsi on Stage

Die Frage stellte sich mir – wo werden mehrdimensionale Fähigkeiten in einem ruhigen Umfeld gefördert? Wo können die Flairs inszeniert und über eine längere Zeit beobachtet werden? Wo findet ein sozialer Austausch statt?
Eine Unterhaltung mit einer Science on Stage Teilnehmerin, bewog mich das FlairPlay-Zielpublikum zu überdenken. Ich distanzierte mich vom Zielpublikum der Jugendlichen und schloss somit die Platzierung von FlairPlay in Jugendtreffs, Bibliotheken und Schulverlagen aus.
Ich erinnerte mich an das ehemalige Praktikum als Ergotherapeutin und so kam mir die Idee, FlairPlay im Rahmen eines Aktivierungsangebots in Spitälern und Altersheimen zu erproben. Die Recherche im Internet zeigt, dass die Ziele der Ideologie von FlairPlay wunderbar entsprechen.

> Aktivierungstherapie am Kantonspital Olten

Lerneinheit – „what‘s your name‘“ („POV“ mit micro:bit)

„micro:bit ist ein winziger programmierbarer Computer, der das Lernen und Lehren einfach und unterhaltsam macht!“ (Quelle: https://microbit.org/de/)

Mit diesem Mikrocontroller sind vielfältige Experimente machbar. Der Micro:Bit verfügt über diverse Sensoren und so kann man beispielsweise auf der LED-Matirix die Temperatur, die Himmelsrichtung oder spielerische Animationen erzeugen. Des Weiteren kann man externe Module wie Motoren (Motortreiber), Buzzer oder LED‘s anschliessen. Es können somit Roboter, Töne und Lichtanimationen und Wearables programmiert werden. Sind Mehrere Micro:Bits im Einsatz, können diese miteinander kommunizieren. Micro:Bits lassen sich unkompliziert mit dem Laptop oder dem Pad koppeln. Die Programmierung ist webbasiert und erfolgt über JavaScript/Blockeditor oder dem Python-Editor.

An einer LehrerInnen-Weiterbildungsveranstaltung «Robotic – Arbeiten mit Arduino-Computertechnik» entschied ich mich, den Micro:Bit vertiefter kennen zu lernen. Ich erwarb einen Micorcontroller und einen entsprechenden Motorentreiber. Die Aufgabe bestand darin, ein selbstgestaltetes Fahrzeug zu programmieren. Während der Recherche und der entsprechenden Tests ist die folgende Lerneinheit „what‘s your name – schreiben mit LED‘s“ („POV“ mit Micro:Bit) für die Sekundarstufe1 entstanden.

> Lerneinheit: what’s your name? – mit LED’s schreiben (POV mit micro:bit)

 

Micro:bit iPad koppeln     Vorbereitung für Langzeitfoto          programmierung microbit

 

Die Schülerinnen und Schüler lernen Begriffe wie Binärcode, „POV“ (Persistence of Vision), Langzeitbelichtung kennen. Den Micro:Bit programmieren die SuS anhand von Funktionen und erkennen dabei die Vorteile dieses Programmiervorgangs.

Literatur:
Buechley, Leah. (2013). Textile messages : Dispatches from the world of e-textiles and education (Vol. Vol. 62, New literacies and digital epistemologies). New York: Peter Lang.

Die Inspiration fand ich im Buch „textile messages“, S. 76/77, welche ich bei der Vertiefung des Microcontrollers „Lilypad“ und „Wearables“ erworben habe.

Unterrichtsprojekte an der Sekundarstufe1

Nebst meiner Tätigkeit als Produktdesignerin, habe ich als Fachlehrerin im Unterrichtsfach „technisches Gestalten“ während des vergangenen Schuljahrs mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe1 zwei Themen bearbeitet. Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren (1. Kurs) haben das Projekt „Jeans – reuse out of old Jeans“ kennen gelernt. Der folgende Bericht habe ich für die Website der Schule erstellt und erläutert den Projektaufbau.

reuse – out of old Jeans – Kreisschule Mittelgösgen

Das zweite Projekt thematisierte die Aspekte „Knopf“, „Band“, „Fläche“. Schülerinnen und Schüler des zweiten Kurses erkannten Einsatzbereiche und Funktionen von Knoten, knüpften Bänder und erarbeiteten ihre ganz persönlichen Knüpfobjekte. Während des Gestaltungsprozesses lernten sie vieles über gesellschaftliche und technische Inhalte kennen.

Literatur:
Anderson, Lorin W. (2001). A taxonomy for learning, teaching, and assessing : A revision of Bloom’s taxonomy of educational objectives (Complete ed.). New York: Longman.

Anhand der Vorgaben des Lehrplan21 entwickle ich als Nächstes die Lerneinheiten der beiden Projektthemen weiter. Es werden individualisierte Lerneinheiten basierend auf die PDCA-Lernzyklen (plan, do, check, act) für eine nächste Erprobung sein. Zudem entsprechen die Lerneinheiten den didaktischen „big 5“ (db5)

Bei beiden Projekten war es mir Wichtig Aspekte des Ecodesigns aufzuzeigen. Die Lernenden haben Überlegungen zu den Designaspekten gemacht und anhand dieser, persönliche und funktionale Objekte erstellt. Zudem berücksichtigten sie Aspekte der Nachhaltigkeit. Sie machten sich Gedanken über den Materialverbrauch, die Kosten und den Arbeitsaufwand bis zur Dauerhaftigkeit ihres Produkts.

Als Fachlehrkraft für informatische Bildung bin ich Mitglied der Gruppe „informatik@school“ an der pädagogischen Hochschule FHNW. Wir untersuchen und entwickeln Unterrichtseinheiten für das Fach „Medien und Informatik“. Als Beitrag habe ich eine Lerneinheit zum Thema 3D-Druck erstellt. Mit Schülerinnen und Schüler habe ich das Thema Fashion-Knopf getestet und der Entwicklungsgruppe präsentiert. Die Unterrichtssequenz ist online und kann von Lehrpersonen für den Unterricht übernommen werden.

Unterrichtseinheit/thema-/fashion-knopf-aus-dem-3d-drucker/

Im Informatikunterricht habe ich zudem die Gelegenheit für den Lehrmittelverlag Zürich Lerneinheiten des neuen Lehrmittels „connected“ kennenzulernen und mit den Schülerinnen und Schülern zu erproben. Dies gibt mir zusätzliche Inputs zur Entwicklung von Lerneinheiten und bereichert meinen Unterricht.

> Lehrmittelverlag Zürich, Lehrmittel „connected“

Zur Zeit untersuche ich weitere Möglichkeiten Lerneinheiten zu entwerfen, welche auch meine Designarbeit bereichern.
Mit der Programmierumgebung P5.js lassen sich wunderbare, webbasierte Grafiken generieren.
Wearables können mit Lilypads realisiert werden.
Mit Arduino lassen sich Roboter bauen.
Mit gehackten Strickmaschinen können Bilder gestrickt werden.

> zurich.fablab.ch Strickmaschine

Für das bessere Verständnis zur Programmierung habe ich mich mit den Lerneinheiten von P5.js, und Swift auseinander gesetzt. Für den Informatikunterricht habe ich die Oxocard, Micobit, Scratch angeschaut.