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Archiv für den Monat April 2015

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, dass ein Spiel dem naturwissenschaftlichen Phänomen „Luft“ zugeordnet werden kann?

Anhand einer Matrix haben meine Studienkollegin und ich, Kriterien definiert und versucht, vorhandene „Luft-Spiele“, die auf dem Markt erhältlich sind, zu ordnen. Dabei haben wir Kriterien der Spielaktivitäten, Materialien, Spieldauer, Preis ect. festgelegt.
Einige Spiele werden nach einer kurzen Anleitung gespielt, ohne, dass eine Wissensvermittlung statt findet. Der Spielende erfreut sich am Tun. Andere Spiele werden mit Anleitungen und naturwissenschaftlichen Erklärungen ausgestattet, so dass der Spielende das Erlebte reflektieren kann.
Diese Spielanleitungen sind meist geführte, linear gestaltete Anleitungen und lassen den Spielenden keine selbstständigen Fragen stellen, untersuchen und beantworten.
Science Toys _ Tools Analysis

Pinterest > Spielesammlung aus dem Museumsshop „swiss science center Technorama“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist somit ein Drache ein naturwissenschaftliches Spiel? Ich denke, wenn eine Person mit einem Drachen spielt, ohne sich dabei inhaltliche Gedanken zu machen, ist dies noch kein naturwissenschaftliches Spiel. Man kann das Drachenspiel jedoch durch Fragestellungen zum naturwissenschaftlichen Spiel gestalten, indem man Erkenntnisse durch Eindrücke und Informationen aus der Umwelt erschliesst. (zum Beispiel, durch Zählen, Messen, Klassifizieren, Kombinieren, Experimentieren usw.)

Text > H. Joachim Schlichting: Zwischen common sense und physikalischer Theorie – wissenschaftstheoretische Probleme beim Physiklernen

Phänomene sind pädagogische Inszenierungen von Naturerscheinungen, die Interesse, Fragen hervor bringen. Sie sind im ureigenen Sinne denkanregend und lösen so Verstehensaktivitäten aus.
(von Remo Besio, ehemaliger Direktor Technorama, 6.9.2001)

 

Können für die Gestaltung eines naturwissenschaftlichen Spiels, Luftphänomene den naturwissenschaftlichen Disziplinen zugeordnet werden?

Luft ist nicht nichts – eine hochenergetische Mischung aus verschiedenen Gasen:

Luft umgibt uns, ist stets unsichtbar oder auch durchsichtig, zeigt sich aber an vielfältigen Phänomenen. Luft treibt uns an, gibt uns Auftrieb, bringt uns zum Fliegen, macht Druck und ändert den Druck, verwirbelt sich, dehnt sich aus und strömt, nimmt Wärme auf und gibt sie ab, enthält Sauerstoff und Kohlendioxid…kommt gasförmig und flüssig vor, ist das Trägermedium für Klang und Gerüche. Luft ist nicht nichts, hochenergetisch, wiegt etwas und man kann sie auch fühlen. Gefühlte Lufttemperatur, den Wind. Wir brauchen die Luft zum Leben, zum Atmen. (Text: swiss science center Technorama)

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Es gibt Objekte, die alle drei Disziplinen wie Biologie, Chemie, Physik beinhalten.

 

Die Naturwissenschaften und ihre Disziplinen

Innerhalb der Naturwissenschaften haben sich im Laufe der Geschichte verschiedene Disziplinen entwickelt.
– Die Physik untersucht grundlegende Erscheinungen und sucht nach grundlegenden Gesetzen, die sowohl in der belebten als auch in der unbelebten Natur auftreten.
– Die Astronomie untersucht Erscheinungen im Weltall.
– Die Chemie untersucht Erscheinungen, die mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen unserer Umwelt durch chemische Reaktionen verbunden sind.
– Die Biologie untersucht Erscheinungen des Lebens von Pflanzen, Tieren und Menschen, seiner Entstehung, seiner Gesetzmässigkeiten, Erscheinungsformen und Entwicklung.

 Literatur:

1 Dr.Gerd-Dietrich Schmidt: DUDEN, Kleiner Leitfaden, Naturwissenschaften, Berlin 2005 (DUDEN PAETEC Schulverlag), S. 8,9

Unsere natürliche Umwelt ist ein einheitliches Ganzes. Um Erscheinungen der Natur richtig zu verstehen, müssen deshalb oft Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen herangezogen werden. 1

 

Naturwissenschaften vermitteln

Die Erde besteht aus Materie und Energie. Durch das Zusammenspiel der Elemente entstehen beeindruckende Phänomene. Naturwissenschafter beobachten die Natur und erkennen Zusammenhänge und Gesetze. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse werden umweltschonende Lösungen entwickelt. Zum Beispiel liefern die Sonnen-, Wasser- und Windkraft, erneuerbare Energien. Effiziente Maschinen werden gebaut. Die Forschung entwickelt Medikamente, die uns genesen lassen. Biologische Eingriffe versuchen das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.
Naturwissenschaften sind eine wichtige Grundlage für unser Leben und deshalb als Unterrichtsfach in den Lehrplänen verankert. Lehrmittel und Lernspiele werden gestaltet und ermöglichen den Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen.

„Wenn Kinder und Jugendliche der Welt begegnen und sich mit ihr auseinandersetzen, nehmen sie neue Phänomene, Sachen und Situationen wahr, erschliessen sich diese und ordnen sie in ihre Vorstellungen zur Welt ein. Dabei gewinnen sie zunehmend Orientierung in der Welt und erlangen Handlungsfähigkeit.“
(aus: Deutschschweizer Erziehungsdirektoren Konferenz (D-DEK), Lehrplan21, Luzern, 26.März 2015)

Nach dem Konzept des Autismusforschers, Somon Baron-Cohen, gibt es unterschiedliche Kognitionstypen. Er erwähnt die Systematisierer. Diese Menschen wollen den Umgang mit Dingen verstehen und werden als potentielle Naturwissenschafter bezeichnet. Die Empathisierer fühlen sich eher von Gedanken und Gefühlen angesprochen.
Albert Zeyer, Fachdidaktiker der Universität Zürich, fordert die Pädagogen auf, im naturwissenschaftlichen Unterricht beide Kognitionstypen anzusprechen. Er schlägt vor, als Beispiel könnte das Phänomen des Drucks, anhand des Blutdrucks und seine Bedeutung der Gesundheit thematisiert werden. Im Gegensatz würde das Phänomen Druck, erklärt am Beispiel eines Düsentriebwerks, nur die Systematisierer interessieren. 
Er sagt: “Es ist wichtig, das Nachdenken über Naturwissenschaften in der Gesellschaft zu ermöglichen. Dazu brauchen alle ein grundlegendes Verständnis naturwissenschatflicher Zusammenhänge.“
(aus: Small Talk: Vom Systmatisiereren und Empathisiereren – News Wissen, Tagesanzeiger, online, erstellt am: 8. März 2014)

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