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Archiv für den Monat August 2015

Prototyping_01

Wetterphänomene können beobachtet, gemessen und kommuniziert werden.
Ich entwickle Werkzeuge, welche Luftphänomene unserer Umgebung durch Objekte beobachtbar machen lassen und als Ergänzung zur gefühlten Wahrnehmung (Wetterfühligkeit) und den präzisen meteorologischen Daten vergleichbar sind. Die Messergebnisse basieren auf qualitativen Beobachtungen und entsprechen funktionalen, ästhetischen und spielerischen Ansprüchen.
Die phänomenalen Luftmessinstrumente sind modular und können flexibel gehandhabt werden. Wobei auf geeignete Standorte für entsprechende Beobachtungen hingewiesen werden.

Bei meiner Recherche über die vorhandenen Luftmessgeräte, wie Barometer, Hygrometer, Thermometer und Anemometer, habe ich einige Herstellungs- und Messmethoden kennen gelernt und mich aus diversen Überlegungen für folgende Versuchsmethoden entschieden:

Entscheidungsmatrix

Barometer:
Bei der Entwicklung eines Instruments, welches den Luftdruck beobachtbar macht, habe ich Versuche anhand von Materialien diverser Gläser, wie Reagenzglas, Joghurtglas und Uhrenglas und Ballone verwendet. Dabei habe ich versucht, durch Anzeigesysteme ausserhalb und innerhalb des Glases den Luftdruck zu visualisieren. Als Grundlage habe ich ein „Barometerglas“ gewählt, denn diese Messmethode wurde in mehreren Lehrmitteln empfohlen. Schwierigkeiten traten bei der Handhabung des Ballonmaterials auf. Dieses Material zersetzt sich innerhalb von ein paar Wochen. Bei der Beobachtung stellte ich fest, dass sich die Druckunterschiede im Millimeterbereich abspielten. Beim Ausbau eines Dosenbarometers stellte ich fest, dass dies eine sehr präzise und aufwändige Mechanik aufwies.

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Dosenbarometer: Vidie-Dose

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reagänzglas   materialtestsvolumentests   druckstruktur   anzeige_mitte   barozeiger    oberflächenspannung   wetterglas_beob

 

Hygrometer:
Als Entwicklungsgrundlage zur Funktion des Hygrometers wählte ich ein „Wetterhäuschen“ und ein Thermo-Hygromessgerät aus dem Baumarkt welche ich demontierte. Für meine Untersuchungen wählte ich Materialien wie Darmsaiten in diversen Dicken (E, A, D), Pferdehaare und eine mit salzhaltigem Papier beschichteten Bimetallspirale. Bei meinen Versuchen stellte ich fest, dass die hängenden Materialen stabilisiert werden müssen. Beim Versuch anhand der Saite mit Schraube, stellte sich ein schöner Effekt ein. Die Rotation der Schraube am Fenster erzeugte beim Feuchtigkeitsverlust ein Geräusch.
Bei den Versuchen mit Pferdehaaren liessen sich zu geringe Veränderungen feststellen. Die Wahl eines beschichteten Bimetalls für weitere Versuche, schliesse ich aus, da diese Material auf dem Markt nicht erhältlich ist. Weitere Versuche anhand von Materialkombinationen sind jedoch prüfbar.

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Wetterhäuschen: Innenansicht

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Thermometer:
Für meine ersten Versuche qualitativer Messung der Lufttemperatur, habe ich mich für das Material „Bimetall“ entschieden, denn bei Messinstrumenten welche mit Flüssigkeiten betrieben werden besteht Bruch- und Auslaufgefahr. Im Handel sind ausschliesslich Bimetallstreifen erhältich. Eine Bezugsquelle für Bimetallspiralen, habe ich leider nicht gefunden. Bei meinen Tests stellte sich jedoch heraus, dass die Bimetallspirale, welche ich bei einem Messgerät ausgebaut habe, sensibler reagiert und mehr gestaltungsfreiraum lässt. Bei der Untersuchung der Temperaturmessgeräten sind mir die diversen Messwinkel und Messskalen aufgefallen, die meinerseits, weitere Abklärungen bei der ZHAW bedürfen. Wie beim Hygrometer, sehe ich weitere Versuche mit Materialkombinationen vor.

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Thermomessung: Bimetallspirale

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Anemometer:
Für die Windmessung habe ich schon vor einiger Zeit kleine Versuche unternommen. So möchte ich unter anderem den „Pustekreisel“ weiter entwickeln. Materialuntersuchungen und mechanische Tests zur Messung der Windstärke und der Windrichtung sind vorgesehen.

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Sonya Friedrich: Lindenblüten. Installation: Spital Olten

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Literatur:
– Suter Beat, Rohrer Christian. (1982): Wetter: Bausteine für das Werken. Liestal: Verlag des Schweizerischen Vereins für Handarbeit und Schulreform, SVHS.
– Kratz, Michael. (1998). Das Blutwunder von Neapel (2., erw. Aufl. ed., Vol. Band 1, Naturwissenschaften fächerübergreifend). Lichtenau: AOL-Verlag.

Da sich die Phänomene der Luftveränderungen im Millimeterbereich abspielen, ist eine Übersetzung durch mechanische Eingriffe nötig. Für meine weitere Arbeit, lasse ich mich durch historische Messinstrumente und dem Buch von Beat Suter und Christian Rohrer zum Thema Wetter und Bausteine für das Werken inspirieren.

Für das weitere Vorgehen untersuche ich nun die Möglichkeit von 3D-Druck und dessen Material und Materialkombinationen, Messmethoden zur Beobachtung von Luftphänomenen unserer Umgebung zu entwickeln.

Besuch: Schweizer Nationalmuseum, Forum Schweizer Geschichte in Schwyz

Am 7. August besuchte ich in Schwyz die Ausstellung zum Thema „Wetter: Sonne, Blitz und Wolkenbruch“. Diese Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Meteorologie und der Klimatologie MeteoSchweiz realisiert.
Die Ausstellung macht Wetterphänomene sinnlich erlebbar, erklärt was Wetter ist und wie es entsteht. Die Schau zeigt zudem, wann die ersten Messgeräte erfunden wurden, was an den Bauernregeln dran ist und was Klimaforscher über die längerfristige Entwicklung des Wetters sagen.

Die Ausstellung beginnt mit der Thematik Wetterbeobachtung, wobei die Wetterphänomene durch unterschiedliche Themen und Erlebniszugänge vermittelt werden. So konnte ich selbst tätig werden und den Wetterverlauf anhand eines Kurbelmechanismus antreiben und beobachten. Begriffe wie Wetterfronten, Wolkenbildungen usw. wurden anhand dieser Installation erläutert.
Eine überdimensionale Parkbank lud mich zum Verweilen ein. Dabei konnte ich einen Wolkenbruch audiovisuell erleben.
Ich stellte fest, dass der Basler Meteorologe, bereits 1896 einen Wolkenatlas erstellte. In der heutigen Zeit geht dies jedoch viel schneller und umfangreicher. Bei meiner Wolkenreportage, habe ich Bildmaterial anhand einer Zeitskala und meteorologischen Informationen zusammen gestellt und so meine Beobachtungen zur Untersuchung des Wetterverlaufs festgehalten (vgl. Resultate der Feldstudie: Wetterbeobachtung_sp)
Eine weitere Möglichkeit sind, die persönlichen Wettererlebnisse mit Worten zu beschreiben. In der Ausstellung konnte ich historische Wettertagebücher des Einsiedlers Pater Josef Dietrich bestaunen.
Beobachtungen der Natur führten zu Bauernregeln über das Wetter, welche von Generation zu Generation weiter gereicht werden.
Das Vorhersagen des Wetters bedingt jedoch weltweite Informationen, welche früher anhand von analogen Messinstrumenten eruiert wurden.
In der Ausstellung wurde auch erläutert, wie Meteorologen und Klimaforscher arbeiten, welche Modelle es gibt bis zu den Apps, die heute jeder über sein Smartphone abrufen kann.

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Bilderdokumentation:
Ausstellung „Wetter: Sonne, Blitz und Wolkenbruch“

> Nationalmuseum, Forum Schweizer Geschichte Schwyz

 

 

 

Literatur:
Müller Eugen, MeteoSchweiz: Wetter,Mensch,Klima, 2011 SJW Schweizerisches Jugenschriftenwerk, Nr.2392

Kann ich den Wetterverlauf anhand von Wolkenbildungen bestimmen? In der Broschüre, die ich am Ende der Ausstellung erwarb, entdeckte ich ein Kapitel zum Thema Wolkenarten, welches die Wolkentypen und dessen Phänomene beschreibt. Auf der Rückreise analysierte ich die vorhandenen Wolkentypen. Diese deuteten auf schlechteres Wetter hin. Es traf jedoch nicht ein…
So sind die Wettervorhersagen, dessen Aussagen anhand von Wettersatelliten und Messstationen eruiert werden zuverlässiger. Ich kann jedoch meine Umgebung mit Beobachtungen und persönlichen Messwerten anhand der Apps vergleichen und Phänomene erkennen. Ich denke, dass ich durch langfristige persönliche Erfahrungen meine eigene Wettervorhersage machen kann.

Feldstudie

Wie wird das Wetter beurteilt? Kann ich anhand von persönlich erstellten Wolkenbildern und anhand von Wetterberichten / Wetter-Apps, naturwissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen? Welche Bedeutung haben dabei die Wettermessgeräte früher und heute?

Im Juli und August führe ich eine empirische Feldstudie durch. Dabei habe ich die Wolkenbilder von einem persönlich definierten Standpunkt in vorgegebenen Zeitfenstern fotografisch dokumentiert und mit den Wetterdaten und Wetter-Apps verglichen. Ich habe unterschiedliche Wolkenphänomene erlebt, welche sich mit dem Wolkenatlas vom Wetterfroscher vergleichen lassen und benannt werden können.

Resultate der Feldstudie: Wetterbeobachtung_sp

> wetterfroscher.ch/Wolkenatlas

Über die Wetterbeobachtung:
Schon seit langer Zeit wird das Wetter von den Menschen beobachtet. Früher, als es noch keine Messgeräte gab, notierten die Wetterbeobachter, was sie gesehen und gefühlt haben. Heute gibt es über die ganze Welt verteilt Wetterstationen. Diese messen die Temperatur, Wind, Sonnenscheindauer, Niederschlag, Luftdruck, usw. Diese Daten werden von Wissenschaftlern ausgewertet. Diese Analysen verwendet man, um Wettervorhersagen zu machen oder zu erkennen, wie sich das Klima in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

> wetterfroscher.ch/Lexikon

Literatur:
Kraus Helmut: Die Atmosphäre der Erde, Eine Einführung in die Meteorologie, 3. erw. Auflage, Berlin Heidelberg 2004, Springer
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Video vom 22.07.15, ab 13.05 bis 15.00 Uhr im Zeitraffer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagesgangwetter:
Im Frühling und Sommer ist im Wetterbericht häufig die Rede davon. Doch was ist Tagesgangwetter? Kurz gesagt: am Morgen sonnig, am Nachmittag Quellwolken, gegen Abend Gewitter.

> srf.ch/Tagesgang

Witterung / Klima:
Betrachtet man das Wetter an einem bestimmten Ort über mehrere Tage, so spricht man von Witterung. Wird das Wetter über mehrere Jahre analysiert, so spricht man von Klima.

Die Wetterberichte und die Daten der Wetter-Apps, haben mich bei der persönlichen Wahrnehmung unterstützt und für weitere Beobachtungen sensibilisiert und motiviert.

Wetterstationen früher und heute

Wettersäulen wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in zahlreichen Orten der Schweiz aufgestellt. Die Stationen mit Barometer, Thermometer und Hygrometer stillten die Wetterneugier der Leute und wurden zu «einer Art Bildungs- und Erziehungsmittel»

Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Wettersäulen spielten die naturwissenschaftlichen Gesellschaften sowie Kur- und Verkehrsvereine, welche die touristische Bedeutung der Geräte erkannten. Sie setzten sich dafür ein, dass in Parkanlagen, an Seepromenaden, vor Hotels oder auf wichtigen Plätzen solche Säulen aufgestellt wurden. Die naturwissenschaftlichen Gesellschaften hielten zudem Vorträge zur Wetterkunde und sorgten für den Unterhalt der Instrumente.

Was sich heute per Meteo-App bequem auf dem Smartphone abrufen lässt, steckte früher in solchen Säulen am Strassenrand: der Wetterdienst. «Die Instrumente gaben Passanten die Möglichkeit, Wetterdaten selber zu verfolgen und sich über die Wetteraussichten ins Bild zu setzen», sagt Paul Bächtiger. Der Sekundarlehrer aus Horgen gehört zu den besten Kennern von Wettersäulen in der Schweiz.

aus: Bericht Tagesanzeiger 

aus: > Wettersäulenrecherche, Paul Bächtiger

Viele Wettersäulen werden nicht mehr unterhalten oder demontiert. Die Wetterstation in Olten findet keinen Nachfolger der die Betreuung übernehmen möchte.
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Für die Schule werden spezielle Wetterhäuser durch globe-swiss promotet. Diese können selbst, anhand einer Anleitung gebaut, oder direkt bestellt werden.
Royal_Air_Force-_Italy,_the_Balkans_and_South-east_Europe,_1942-1945._CNA1969

 

 

 

 

 

 

globe-swiss.ch

 

SwissMetNet ist eine automatische Wetterstation der MeteoSchweiz. Diese Station ist nicht zugänglich. Die Daten werden alle 10 Minuten erfasst und übermittelt.
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Eine weitere Entdeckung die ich auf einer Wanderung gemacht habe. Die Vermittlung des Windes wird anhand eines Erlebnispostens inszeniert.
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Eine phänomenale Wetterstation ergänzt die Beobachtung durch optische Werkzeuge im persönlichen Umfeld in einer unterhaltsamen Art und kann im hier und jetzt beurteilt werden. Die phänomenale Wetterstation wird mit portablen Messgeräten kalibriert.

> Rechner für die Barometerberechnung