Entwicklung phänomenaler Luftmessinstrumente_01

Prototyping_01

Wetterphänomene können beobachtet, gemessen und kommuniziert werden.
Ich entwickle Werkzeuge, welche Luftphänomene unserer Umgebung durch Objekte beobachtbar machen lassen und als Ergänzung zur gefühlten Wahrnehmung (Wetterfühligkeit) und den präzisen meteorologischen Daten vergleichbar sind. Die Messergebnisse basieren auf qualitativen Beobachtungen und entsprechen funktionalen, ästhetischen und spielerischen Ansprüchen.
Die phänomenalen Luftmessinstrumente sind modular und können flexibel gehandhabt werden. Wobei auf geeignete Standorte für entsprechende Beobachtungen hingewiesen werden.

Bei meiner Recherche über die vorhandenen Luftmessgeräte, wie Barometer, Hygrometer, Thermometer und Anemometer, habe ich einige Herstellungs- und Messmethoden kennen gelernt und mich aus diversen Überlegungen für folgende Versuchsmethoden entschieden:

Entscheidungsmatrix

Barometer:
Bei der Entwicklung eines Instruments, welches den Luftdruck beobachtbar macht, habe ich Versuche anhand von Materialien diverser Gläser, wie Reagenzglas, Joghurtglas und Uhrenglas und Ballone verwendet. Dabei habe ich versucht, durch Anzeigesysteme ausserhalb und innerhalb des Glases den Luftdruck zu visualisieren. Als Grundlage habe ich ein „Barometerglas“ gewählt, denn diese Messmethode wurde in mehreren Lehrmitteln empfohlen. Schwierigkeiten traten bei der Handhabung des Ballonmaterials auf. Dieses Material zersetzt sich innerhalb von ein paar Wochen. Bei der Beobachtung stellte ich fest, dass sich die Druckunterschiede im Millimeterbereich abspielten. Beim Ausbau eines Dosenbarometers stellte ich fest, dass dies eine sehr präzise und aufwändige Mechanik aufwies.

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Dosenbarometer: Vidie-Dose

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reagänzglas   materialtestsvolumentests   druckstruktur   anzeige_mitte   barozeiger    oberflächenspannung   wetterglas_beob

 

Hygrometer:
Als Entwicklungsgrundlage zur Funktion des Hygrometers wählte ich ein „Wetterhäuschen“ und ein Thermo-Hygromessgerät aus dem Baumarkt welche ich demontierte. Für meine Untersuchungen wählte ich Materialien wie Darmsaiten in diversen Dicken (E, A, D), Pferdehaare und eine mit salzhaltigem Papier beschichteten Bimetallspirale. Bei meinen Versuchen stellte ich fest, dass die hängenden Materialen stabilisiert werden müssen. Beim Versuch anhand der Saite mit Schraube, stellte sich ein schöner Effekt ein. Die Rotation der Schraube am Fenster erzeugte beim Feuchtigkeitsverlust ein Geräusch.
Bei den Versuchen mit Pferdehaaren liessen sich zu geringe Veränderungen feststellen. Die Wahl eines beschichteten Bimetalls für weitere Versuche, schliesse ich aus, da diese Material auf dem Markt nicht erhältlich ist. Weitere Versuche anhand von Materialkombinationen sind jedoch prüfbar.

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Wetterhäuschen: Innenansicht

protot_hygro

 

Thermometer:
Für meine ersten Versuche qualitativer Messung der Lufttemperatur, habe ich mich für das Material „Bimetall“ entschieden, denn bei Messinstrumenten welche mit Flüssigkeiten betrieben werden besteht Bruch- und Auslaufgefahr. Im Handel sind ausschliesslich Bimetallstreifen erhältich. Eine Bezugsquelle für Bimetallspiralen, habe ich leider nicht gefunden. Bei meinen Tests stellte sich jedoch heraus, dass die Bimetallspirale, welche ich bei einem Messgerät ausgebaut habe, sensibler reagiert und mehr gestaltungsfreiraum lässt. Bei der Untersuchung der Temperaturmessgeräten sind mir die diversen Messwinkel und Messskalen aufgefallen, die meinerseits, weitere Abklärungen bei der ZHAW bedürfen. Wie beim Hygrometer, sehe ich weitere Versuche mit Materialkombinationen vor.

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Thermomessung: Bimetallspirale

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Anemometer:
Für die Windmessung habe ich schon vor einiger Zeit kleine Versuche unternommen. So möchte ich unter anderem den „Pustekreisel“ weiter entwickeln. Materialuntersuchungen und mechanische Tests zur Messung der Windstärke und der Windrichtung sind vorgesehen.

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Sonya Friedrich: Lindenblüten. Installation: Spital Olten

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Literatur:
– Suter Beat, Rohrer Christian. (1982): Wetter: Bausteine für das Werken. Liestal: Verlag des Schweizerischen Vereins für Handarbeit und Schulreform, SVHS.
– Kratz, Michael. (1998). Das Blutwunder von Neapel (2., erw. Aufl. ed., Vol. Band 1, Naturwissenschaften fächerübergreifend). Lichtenau: AOL-Verlag.

Da sich die Phänomene der Luftveränderungen im Millimeterbereich abspielen, ist eine Übersetzung durch mechanische Eingriffe nötig. Für meine weitere Arbeit, lasse ich mich durch historische Messinstrumente und dem Buch von Beat Suter und Christian Rohrer zum Thema Wetter und Bausteine für das Werken inspirieren.

Für das weitere Vorgehen untersuche ich nun die Möglichkeit von 3D-Druck und dessen Material und Materialkombinationen, Messmethoden zur Beobachtung von Luftphänomenen unserer Umgebung zu entwickeln.

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