Archiv

Archiv für den Monat Juni 2016

Die Produkion der Verpackung

Die Verpackungsform und das Logo für das Flairplayspiel sind definiert. Als nächstes gestalte ich die Verpackung. Nachdem der Spieler die Verpackung geöffnet hat, soll er gleich mit explorieren beginnen können. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden den Inhalt der Flairmodule standardmässig mit drei Materialien zu bestücken. Sechs Module erhalten eine Klarsichtfolie (Glad Toppits), vier Module Kleenexpapier und zwei das Material einer Folie der Rettungsdecke.
Für die Gestaltungsgrafik der Verpackung habe ich die Module der vorher beschriebenen Materialien im CAD gerendert. In der Frontansicht habe ich in 30° und 45° Schritten die Module gedreht gerendert. Für eine Umdrehung entstanden somit pro Material je neun Bilder. Auf der Verpackung sind eine Kombination von den Drehmomenten und den Materialien ersichtlich.

ansichten

Die Flairmoduldreher sind in zwölf Farben erhältlich. Ich habe mich entschieden, zwei Sets anzubieten. Ein Set enthält „kalte Farben“, das andere „warme Farben“. Die Module können später einzeln dazu gekauft werden.

farbwahl

Die Verpackung soll ansprechend und informativ sein und im Verkaufsregal auffallen. Anhand von Skizzen habe ich mir Gedanken über die grafische Darstellung gemacht. Pro Seite könnte beispielsweise eine Dreherfarbe ersichtlich sein.

verp_skizzen

Die Verpackung muss umklappbar sein, damit sie auch im geöffneten Zustand einsetzbar ist. In der zweiten Variante habe ich das Bildmaterial den Faltungen angepasst. Bei der Textfarbe habe ich mich für eine schwarze Schrift entschieden, welche die wichtigsten Inhalte des Produkts vermitteln soll.

flpl_verp1 flpl_verp1a flpl_verp2 flpl_verp2a

Die grafischen Darstellungen waren jedoch zu klein. Beim nächsten Versuch habe ich die einzelnen Seiten zusammengefügt (Variante 3). Es war nun möglich einen fliessenden Übergang der Bilder zu gestalten. Die Bilder und die Schriften konnten nun wieder grösser Dargestellt werden und es gab optisch keinen Unterbruch mehr. Weitere Texte habe ich in die Flairmodule integriert (Variante4). Dies soll den Hinweis zum Explorieren und auch den Bezug zur Website und dem interagieren machen.
Weitere Bildanordnungen habe ich auch auf der Innenseite gestaltet. Die Bilderfolge soll die Abfolge der Drehmöglichkeiten und die Dreherfarben noch einmal zeigen.

flpl_verp3 flpl_verp3aflpl_verp4flpl_verp4aflpl_verp4b

Bei der Produktion der Verpackung habe ich diverse Kartons und Beschichtungsmethoden ausprobiert. Die finale Verpackung besteht aus einer bedruckbaren Klebefolie, welche abwaschbar und lichtecht ist. Dies ermöglicht eine einfachere Variante zur traditionellen Kartonagetechnik und ist zeitlich schneller zu bewältigen.
Damit die Verpackung schlüssig ineinander greift, habe ich die Kartondicken bei der Abwicklung der Form optimiert. Der Verschluss ist mit 10mm Magneten versehen. Die Abwicklungen sind für den Druck platzsparend eingerichtet.

flpl_seite4
Die Verpackung ist nun soweit fertig und kann bestückt werden.

flpl_verp5 flpl_verp5a

Als weiterer Schritt werde ich nun die Website für die Informationen und Vermittlung erstellen.

 

Am 14. Juni 2016 fand im Rahmen des Schweizerischen Werkbundes eine Veranstaltung bei der Firma Naef-Spiele in Zofingen statt.

Seit über 60 Jahren fertigt Naef Spielzeug für alle. Von Babyspielen bis hin zu Repliken von Bauhausentwürfen und Designobjekten – schöne Formen und Farben, intelligente Konstruktionen, adäquate Materialien und tadellose Verarbeitung haben den Ruf der Spielobjekte begründet. Beim Spielen bilden Menschen ihre Sinne aus und lernen die Umwelt zu (be)greifen. Geschick, logisches Denken, Verstehen von Funkti-onen fördern die geistige Beweglichkeit. Produkte mit dem Naef Logo stehen für höchste Präzision und Qualität in der Holzverarbeitung. In aller Welt begeistern sie Gross und Klein durch ihre Ausgewogenheit und Langlebigkeit – wahre Spielobjekte für ein sinnliches und schöpfe-risches Spielvergnügen. (Veranstaltungstext, Werktisch_SWB_Zofingen)
Heiko Hillig ist Designer und Produkt Manager bei Naef-Spiele und gab uns einen kurzen Überblick über die Entwicklungsgeschichte der Firma. Im Anschluss diskutieren wir über Themen der Produktionslösungen und der Sinn und Umgang mit den Spielen. Bei den Gesprächen kam die Frage auf, ob auch Kinder bei der Entwicklung der Spiele partizipativ mitarbeiteten. Da die Eltern die Spiele kaufen, würde die Firma dieses Zielpublikum bevorzugen, so die Antwort von CO, Herr Engeler. In Europa gibt es nur einen kleinen Verkaufsanteil. Gestalter und Eltern, welche mit nachhaltigen Spielen ihre Sprössslinge fördern möchten, kaufen Naef Spiele. Erfolg haben sie in Japan, wo viele Schulen einen Schrank mit Naef Spielen zur Förderung der SchülerInnen eingerichtet haben.

Es machte mir den Anschein, dass die Firma Naef schöne Spiele herstellt, aber die Frage nach der Intension der Spiele zu wenig Beachtung schenkt. Nebst dem vielen Schönen, entdeckte ich ein interessantes Holzinstrument, welches durch umstecken von Holzstäben neue Kompositionen erzeugt werden kann.

Gloggomobil_1_01
> Gloggomobil/ Naef-Spiele.ch

 

Ich machte mir Gedanken, ob mein Flairplay Spiel in die Naefwelt passen würde. Rein von der systemischen Art und Weise, würde mein Spiel den Konstruktionsspielen Naef entsprechen.
Die Naefspiele ermöglichen kreatives Spielen und haben eine klare Formensprache. Das Flairplay entspricht dieser Philosophie des kreativen Spielens und der Formenwelt. Die Module wurden durch die Formensprache des Kreises gestaltet und bei der Verpackung anhand eines Würfels erweitert.

Das Flairplay passt jedoch nicht in die Materialwelt der Firma Naef und auch nicht von der Spielintension, welches das Flairplay anstrebt. Das Explorieren ist viel offener und der Austausch im Web fördert den Wissenszuwachs.